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title: "Wenn das Leid junger Mädchen zum Zwischenruf wird"
description: "Linken-Abgeordnete Katrin Fey lachte im Bundestag, als Alice Weidel über mutmaßliche migrantische Vergewaltigungsgangs in Nürnberg sprach. Der Fall wirft Fragen nach politischer Empathie, Opferperspektive und Debattenkultur auf."
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date: "2026-06-13T16:51:23+00:00"
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#  Wenn das Leid junger Mädchen zum Zwischenruf wird

13. Juni 2026 // Geschrieben von Manfred

 ![](https://fingerklopfer.de/media/yootheme/cache/b7/2026-06-12_fey_lacht-b779afc9.jpg)

## Linken-Abgeordnete Katrin Fey lacht im Bundestag, als Alice Weidel über die mutmaßlichen Opfer von Nürnberg spricht

Es war nur ein kurzer Moment im Bundestag. Ein Lachen, ein Zwischenruf, eine Randnotiz im Plenarprotokoll. Und doch sagt dieser Moment mehr über den Zustand der politischen Debatte aus als viele lange Reden.

Am 11. Juni 2026 sprach AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestag über den Fall Nürnberg. Dort ermittelt die Kriminalpolizei im Umfeld des Hauptbahnhofs wegen schwerer Sexual- und Drogendelikte. Minderjährige Mädchen und junge Frauen sollen durch Geschenke, Drogen und Abhängigkeiten gefügig gemacht und sexuell ausgebeutet worden sein. Die Polizei hat dafür eigens die Ermittlungskommission „EKO Kajal“ eingerichtet. Es geht um Vorwürfe, bei denen jeder Anflug von parteipolitischem Reflex eigentlich verstummen müsste: junge Opfer, mutmaßlicher Missbrauch, Drogen, Gewalt, Ausbeutung.

Weidel formulierte in ihrer Rede zugespitzt. Sie sprach von „Migrantenbanden“, die minderjährige deutsche Mädchen mit Drogen gefügig machten, um sie als „Sexsklaven“ zu missbrauchen. Man kann diese Sprache kritisieren. Man kann über Ton, Zuspitzung und politische Einordnung streiten. Das ist parlamentarische Auseinandersetzung. Doch an der Sache selbst gibt es nichts zu belächeln.

Genau an dieser Stelle vermerkt das vorläufige Plenarprotokoll des Bundestages: „Lachen der Abg. Katrin Fey (Die Linke)“. Katrin Fey ist nicht irgendeine Hinterbänklerin ohne thematischen Bezug. Sie ist Sprecherin ihrer Fraktion für Bürger- und Menschenrechte, Obfrau im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Mitglied im Innenausschuss. Gerade von einer Abgeordneten mit diesem Profil dürfte man erwarten, dass sie bei Berichten über mutmaßlich missbrauchte Mädchen besondere Sensibilität zeigt.

## Der Reflex gegen die AfD überlagert das Thema

Natürlich liegt der Verdacht nahe, dass Fey nicht über die Opfer lachen wollte, sondern über Weidel, über deren Wortwahl oder über die politische Inszenierung der AfD. Doch selbst wenn man diese wohlwollende Deutung zugrunde legt, bleibt der Vorgang problematisch. Denn in einem Moment, in dem es um mutmaßlich missbrauchte Minderjährige geht, wirkt Lachen nicht wie Distanz zur AfD, sondern wie Distanz zum Leid der Betroffenen.

Das ist der eigentliche Kern dieses Vorfalls. In der politischen Klasse scheint bei bestimmten Themen der Reflex gegen den politischen Gegner schneller zu greifen als die Empathie gegenüber den Opfern. Sobald Migration, Ausländerkriminalität oder sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit migrantischen Tätergruppen angesprochen werden, verschiebt sich der Fokus. Dann geht es plötzlich nicht mehr zuerst um die betroffenen Mädchen, sondern um die Frage, wer das Thema aufgreift und mit welcher politischen Absicht.

Doch Opfer verlieren ihre Würde nicht dadurch, dass die AfD über sie spricht. Und ein Missbrauchsfall wird nicht weniger aufklärungsbedürftig, nur weil er politisch unbequem ist.

## Presseanfrage blieb unbeantwortet

Der Fingerklopfer hat Katrin Fey deshalb um eine Stellungnahme gebeten. In der Presseanfrage wurde die Abgeordnete ausdrücklich nicht vorverurteilt, sondern um Aufklärung gebeten, worauf sich das im Plenarprotokoll vermerkte Lachen bezog.

Konkret wurde Fey unter anderem gefragt, ob sich ihre Reaktion auf die Wortwahl und politische Zuspitzung Alice Weidels bezogen habe, ob sie ausschließen könne, dass sich das Lachen auf die mutmaßlichen Opfer oder die Schwere der geschilderten Vorwürfe bezog, und ob sie bedauere, dass ihre Reaktion im Kontext der Debatte als Relativierung des Leids betroffener Mädchen und junger Frauen verstanden werden könnte.

Auch die Frage, ob sie angesichts ihrer Funktion als Sprecherin für Bürger- und Menschenrechte sowie ihrer Tätigkeit im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe eine öffentliche Klarstellung für geboten halte, wurde gestellt.

Eine Antwort erfolgte bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht.

Damit bleibt genau jene Leerstelle bestehen, die durch den Vorgang entstanden ist. Denn selbstverständlich hätte Katrin Fey die Möglichkeit gehabt, den Eindruck zu korrigieren. Sie hätte erklären können, dass sich ihr Lachen ausschließlich auf Weidels Wortwahl, auf die politische Dramaturgie der AfD oder auf einen anderen situativen Zusammenhang bezog. Sie hätte Mitgefühl mit möglichen Opfern ausdrücken und zugleich die politische Instrumentalisierung des Falles kritisieren können.

Doch wer schweigt, lässt die Wirkung des eigenen Verhaltens im Raum stehen.

## Nürnberg verlangt Aufklärung, nicht Weglachen

Der Fall Nürnberg ist schwer genug. Ermittler gehen Vorwürfen nach, wonach Mädchen im Umfeld des Hauptbahnhofs durch Drogen, Medikamente und emotionale Abhängigkeit in sexuelle Ausbeutung gebracht worden sein sollen. Erste Festnahmen wurden gemeldet, weitere Ermittlungen laufen. Bis zu einer Verurteilung gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Aber die Dimension der Vorwürfe ist so gravierend, dass sie eine klare politische und gesellschaftliche Reaktion verlangt.

Diese Reaktion müsste lauten: Schutz der Mädchen. Aufklärung der Strukturen. Konsequenzen für Täter. Unterstützung für Opfer. Und eine ehrliche Debatte darüber, warum solche Entwicklungen in einem deutschen Großstadtumfeld möglich wurden.

Stattdessen bleibt nun ein anderer Eindruck hängen: Eine Abgeordnete der Linken lacht in dem Moment, in dem im Bundestag über mutmaßlich unter Drogen gesetzte und sexuell ausgebeutete Mädchen gesprochen wird. Danach erhält sie Gelegenheit zur Erklärung. Und sie nutzt diese Gelegenheit nicht.

Ob aus Spott, Nervosität, Ablehnung der AfD oder Verachtung gegenüber Weidels Zuspitzung – die Wirkung ist fatal. Gerade deshalb wäre eine Klarstellung wichtig gewesen.

Denn es gibt Themen, bei denen das Parlament nicht zuerst Bühne, sondern Schutzraum der Betroffenen sein müsste. Der mutmaßliche Missbrauch junger Mädchen gehört dazu.

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