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Grundsicherung im Alter: Deutlicher Anstieg – besonders bei ausländischen Senioren

27. April 2026 // Geschrieben von Manfred

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Besonders auffällig: Der Zuwachs geht laut aktuellen Daten vor allem auf ausländische Senioren zurück. Hierüber berichtet Nius in einer Recherche.

Deutlicher Anstieg seit 2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts, die vom Portal NIUS ausgewertet wurden, bezogen im Dezember 2025 rund 764.000 Menschen Grundsicherung im Alter. Das sind etwa 200.000 mehr als noch im Jahr 2020 – ein Plus von rund 35 Prozent.

Während die Zahl deutscher Empfänger vergleichsweise moderat stieg (von etwa 412.000 auf 489.000), nahm die Zahl ausländischer Bezieher deutlich stärker zu: Sie erhöhte sich im gleichen Zeitraum von rund 152.000 auf etwa 275.000 – ein Anstieg von rund 81 Prozent.

Damit wuchs auch ihr Anteil an allen Leistungsempfängern von 27 Prozent auf 36 Prozent. Heute ist somit mehr als jeder dritte Bezieher von Grundsicherung im Alter kein deutscher Staatsbürger.

Hohe Bezugsquote bei ausländischen Rentnern

Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei der sogenannten Bezugsquote. Während nur rund 2,8 Prozent der deutschen Rentner auf Grundsicherung angewiesen sind, liegt der Anteil bei ausländischen Senioren deutlich höher.

Bereits 2020 lag die Quote bei 17,2 Prozent, bis 2024 stieg sie auf 25,7 Prozent. Das bedeutet: Etwa jeder vierte ausländische Rentner in Deutschland bezieht Grundsicherung.

Ursachen: Zuwanderung und Gesetzesänderungen

Als zentrale Treiber nennt der Bericht mehrere Faktoren:

  • Zuwanderung: Insbesondere aus der Ukraine sowie aus klassischen Asylherkunftsländern nahm die Zahl der Leistungsbezieher stark zu. So stieg die Zahl ukrainischer Senioren in der Grundsicherung von rund 19.500 (2020) auf über 104.000 (2025).
  • Gesetzliche Änderungen: Der sogenannte Grundrentenfreibetrag (seit 2021) sorgt dafür, dass Teile der Rente nicht angerechnet werden. Dadurch können mehr Menschen Anspruch auf Grundsicherung geltend machen.
  • Leistungsanspruch unabhängig von Beiträgen: Grundsicherung ist eine steuerfinanzierte Sozialleistung und nicht an vorherige Einzahlungen gekoppelt. Auch Personen ohne Beitragszeiten in Deutschland können unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen erhalten.

Steigende Kosten für den Staat

Parallel zur steigenden Empfängerzahl wachsen auch die Kosten deutlich. Sie erhöhten sich von rund 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf etwa 5,1 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die Grundsicherung im Alter ist Teil der Sozialhilfe und soll sicherstellen, dass ältere Menschen ihr Existenzminimum decken können. Anspruch haben Personen im Rentenalter, deren Einkommen nicht ausreicht.

Der starke Anstieg bei ausländischen Empfängern wird politisch kontrovers diskutiert – insbesondere im Zusammenhang mit Migration, Sozialstaat und langfristiger Finanzierbarkeit.