26. Juni 2026
Was passiert, wenn ein Kraftfahrzeugtechnikermeister, eine Ärztin, zwei Medizintechniker, ein Abwassermeister und ein Rechtsanwalt plötzlich Landtagsabgeordnete werden?
Wer sich das Leben eines Landtagsabgeordneten vorstellt, denkt vermutlich an große Büros, politische Macht und repräsentative Arbeitsbedingungen. Der Besuch bei der neuen AfD-Landtagsfraktion im Mainzer Abgeordnetenhaus vermittelte jedoch zunächst ein anderes Bild.
Denn wer erstmals hinter die Kulissen des Politikbetriebs blickt, stößt auf eine überraschend bodenständige Realität. Viele Abgeordnetenbüros erinnern eher an kleine Apartments als an politische Kommandozentralen. Schreibtisch, Bett, einige persönliche Gegenstände. Wer aus dem Westerwald, der Südpfalz, dem Rhein-Lahn-Kreis oder aus Kaiserslautern kommt, verbringt hier mehrere Tage pro Woche fern von Familie und Heimat.
Es ist eine Beobachtung, die sinnbildlich für dieses Gespräch steht. Denn die sechs Abgeordneten, die sich dem Fingerklopfer im Fraktionssaal der AfD-Fraktion stellten, wirken nicht wie klassische Berufspolitiker. Sie wirken vielmehr wie Menschen, die gerade dabei sind, ihren Platz in einem politischen System zu finden, das sie bislang überwiegend von außen kannten.